
bildung

Im Zuge der Neuordnung des Schulstandorts am Carl-Maria-von-Weber-Platz im Leverkusener Stadtteil Schlebusch entsteht mit dem Neubau der GGS Waldschule ein zukunftsfähiger Bildungsbau, der die besonderen landschaftlichen und pädagogischen Anforderungen des Ortes aufgreift. Der bestehende Schulkomplex aus den 1950er Jahren wird aufgrund erheblicher funktionaler und konstruktiver Defizite vollständig zurückgebaut und durch einen kompakten Neubau in Holz- bzw. Holzhybridbauweise mit unmittelbar angeschlossener Sporthalle ersetzt. Ziel ist es, den Standort räumlich und organisatorisch neu zu strukturieren und an ein zeitgemäßes, clusterbasiertes Lernkonzept anzupassen.
Der Neubau wird im Bereich der heutigen Bebauung positioniert, sodass der prägende Baumbestand des rund 32.500 m² großen, waldnahen Grundstücks weitgehend erhalten bleibt. Der längsorientierte, zwei- bis dreigeschossige Baukörper wird seitlich durch die Sporthalle ergänzt. Ein zentraler Eingangsbereich an der Schnittstelle beider Gebäudeteile ermöglicht eine klare funktionale Trennung und eine unabhängige Nutzung der Sporthalle. Die Topografie des Grundstücks wird dabei gezielt genutzt, sodass sich der Baukörper nach Süden hin als dreigeschossige Struktur ausbildet.
Die innere Organisation folgt einem modernen pädagogischen Konzept. Die dreizügige Grundschule für rund 300 Schülerinnen und Schüler wird nach einem jahrgangsübergreifenden, an die Montessoripädagogik angelehnten Prinzip betrieben. Lerncluster fassen Unterrichts-, Differenzierungs- und Ganztagsbereiche zu eigenständigen Einheiten zusammen und ermöglichen vielfältige Lernsettings. Ein zentraler, zweigeschossiger Verteilerraum mit Sitztreppe bildet das räumliche Herz der Schule und dient als Ort der Begegnung und Kommunikation.
Konstruktiv wird der Neubau überwiegend in Holzbauweise realisiert und durch gezielte Massivbauanteile ergänzt. Die oberirdischen Geschosse entstehen als Holztragwerk, während aussteifende Kerne, Sporthalle und erdberührte Bauteile in Stahlbeton ausgeführt werden. Die Fassaden bestehen aus vorgefertigten Holzelementen mit hinterlüfteter Holzbekleidung und robusten Sockelzonen.
Das Energiekonzept sieht ein Effizienzgebäude im Standard KfW 40 vor. Die Wärmeversorgung erfolgt vollständig über regenerative Energien, ergänzt durch Photovoltaik sowie extensive Dachbegrünungen. Eine Zertifizierung nach DGNB in der Qualitätsstufe Silber wird angestrebt.
Parallel zum Neubau werden die Außenanlagen vollständig neu gestaltet. Der waldartige Charakter des Grundstücks bleibt erhalten und wird durch naturnahe, überwiegend unversiegelte Flächen sowie differenzierte Spiel- und Aufenthaltsbereiche gestärkt. Mit dem Neubau entsteht ein nachhaltiger und identitätsstiftender Lernort, der Architektur, Pädagogik und Landschaft in einem ganzheitlichen Konzept vereint.
Konzept


Zeichnungen





Modellarbeit


